Online-Ausgabe der Schwäbischen Zeitung vom 19. Dezember 2021

Mathe ist einfach sein Ding. Warum also nicht mal abseits des normalen Schulunterrichts eine ganz neue Herausforderung wagen und am Bundeswettbewerb Mathematik teilnehmen? Zumal er während der Corona-Pandemie mehr Zeit hat, dachte sich Patrick Sonnentag. Beim Nachdenken blieb es nicht.

Der 17-jährige Schüler hat in der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs glatt einen beachtlichen zweiten Preis eingefahren. Damit gehört er zu den 20 besten Nachwuchsmathematikern in Baden-Württemberg. Der Preis war mit 100 Euro dotiert. Die Verleihung fand in den vergangenen Tagen mit einer Online-Veranstaltung statt.

Manchmal tagelang knobeln

Knifflige Beweisführungen, interessante geometrische und andere anspruchsvolle mathematische Fragestellungen galt es für den Schüler des Kursstufe 2 des Karl-Maybach-Gymnasiums in zwei Hausaufgabenrunden zu bewältigen. „Manche Aufgaben konnte ich ziemlich schnell lösen, bei anderen musste ich auch mal tagelang in mich gehen, knobeln, auf den Durchbruch und die richtige zündende Idee warten“, berichtet Patrick.

„Vieles war eben nicht nach Schema F lösbar“, sagt er. „Das war einfach mal was ganz anderes als die übliche Schulmathe und hat so richtig Spaß gemacht.“ Der Bundeswettbewerb Mathematik wurde 1970 ins Leben gerufen. Ausrichter ist „Bildung & Begabung“, das Talentförderzentrum des Bundes und der Länder.

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Einfach mal was anderes, als immer nur Schulmathematik machen: Patrick Sonnentag hat mit großem Erfolg beim Bundeswettbewerb Mathematik teilgenommen. (Foto: Geiselhart)

„Früher mit Mathe schwergetan“

Der Wettbewerb, an dem Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen teilnehmen können, zielt darauf ab, Jugendlichen, die Spaß an der Mathematik haben, zu ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu erproben, auszuschöpfen und weiterzuentwickeln. Die Teilnehmer können die Aufgaben der ersten Runde entweder alleine lösen oder sich zu Gruppen von maximal drei Personen zusammenschließen.

Alle Preisträger der ersten Runde qualifizieren sich für die zweite Runde, in der neue Aufgaben in Heimarbeit gelöst werden müssen. Anfang des folgenden Jahres werden in der dritten Runde die Bundessieger in Fachgesprächen ermittelt.„In der fünften und sechsten Klasse habe ich mich mit Mathe schwergetan“, blickt Patrick Sonnentag zurück.

Mehr Zeit für Mathe und Sport

Doch damit ist natürlich längst Schluss. Dass ihm sein analytisches Denkvermögen in die Wiege gelegt wurde, davon kann man bei ihm durchaus sprechen. Seine Mutter ist Mathematikerin, sein Vater Informatiker. „Meine ältere Schwester studiert allerdings Architektur“, erzählt Patrick, der während der Lockdowns nicht nur für Mathe, sondern auch für seine sportliche Leidenschaft mehr Zeit fand.

Als Mitglied der VfB-Leichtathletikabteilung hat er seine Stärken in erster Linie auf den Mittel- und Langstrecken, testet sich auch gerne mal beim Stadtlauf in Ravensburg oder beim Crosslauf in Meersburg. Durch den Erfolg beim Bundeswettbewerb habe er ein wenig „Blut geleckt“. Zusammen mit einem Team bei „Jugend forscht“ mitzumachen, oder seine Chance bei der „Mathe-Olympiade“ zu suchen, das hat er sich als nächstes vorgenommen.

Im kommenden Jahr macht der der 17-Jährige schon sein Abitur. Was er danach studieren will? Natürlich Mathematik. „Zumindest bis zum Bachelor. Danach könnte es in Richtung Informatik oder Finanzmathematik weitergehen.“, sagt Patrick Sonnentag. „Ich will mir auf jeden Fall alles offenhalten.“

Artikel: Brigitte Geiselhart | Schwäbische Zeitung

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