Printausgabe der Schwäbischen Zeitung vom 26. April 2021

15 Oberstufenschüler des Karl-Maybach-Gymnasiums haben an einem zweitägigen Seminar zur Berufs- und Studienwahl an der Schule teilgenommen. Das BEST-Seminar (BEruf und STudium) fand zum wiederholten Mal am KMG statt und wurde von Heike Buchholz von der Agentur für Arbeit und der KMG-Lehrerin Johanna Buchsteiner geleitet.

Welcher Studiengang passt zu mir? Ist eine Ausbildung für mich die bessere Wahl? Wo liegen meine Stärken und Interessen? Diese Fragen müssen sich Schüler der Oberstufe jedes Jahr aufs Neue stellen, wenn es darum geht, den ersten Schritt zu einem selbständigen Leben zu planen. Hilfe bei der Beantwortung dieser Fragen boten oft Schnuppertage an Hochschulen, eine Orientierungsmöglichkeit, die in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fällt. Ohne Zweifel ist es für die Schüler eine besondere Herausforderung, die nächste Lebensphase zu planen, wenn der Alltag oft darin besteht, in den eigenen vier Wänden auszuharren, ohne sich in geselliger Runde im Freundeskreis über Zukunftspläne austauschen zu können.
„Besonders wichtig ist es uns, eine Orientierungshilfe auch gerade jetzt unter den Pandemiebedingungen zu geben. Auch weil viele Betriebe keine Praktika anbieten, sind die Schüler um so mehr auf die Unterstützung durch die Schule angewiesen. Wir am KMG haben ein toll funktionierendes System hier und aktive Bildungspartner, wie beispielsweise die MTU, die extra für unserer Schüler Kommunikationsangebote anbieten“, so Johanna Buchsteiner, die am Kultusministerium eine mehrtägige Ausbildung zur schulischen Berufstrainerin absolvierte.

Dementsprechend groß war auch das Interesse am diesjährigen BEST-Seminar, dessen Teilnehmerzahl aufgrund der Corona-Regeln auf 15 Teilnehmer beschränkt werden musste. Seit 2015 bieten Berufsberaterin Heike Buchholz und Johanna Buchsteiner das Orientierungsseminar an. Die Veranstaltung soll die Schüler dazu befähigen, eine selbstgesteuerte Studien- und Berufswahl zu treffen. Im Mittelpunkt stehen also nicht dröge Informationen zu verschiedenen Studiengängen, sondern die persönliche Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten: Was passt zu mir? Wie kann ich meine eigenen Talente entfalten? „Die Studienorientierung ist ein bisschen wie die Suche nach einem guten Film auf Netflix“, so ein Schüler schmunzelnd, „man muss herausfinden, was einem wirklich gefällt, damit man später auch Freude daran hat.“ Dazu passt auch, dass Schätzungen des Institute for the future zufolge bis zu 85% der Berufe des Jahres 2030 heute noch nicht erfunden sind. Deshalb geht es in der Berufsorientierung am KMG darum, den Schüler mit seinen Kompetenzen in den Mittelpunkt zu stellen und einen Einblick in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen. An diesem Findungsprozess orientiert sich auch der Ablauf des zweitägigen Seminars. Auf den ersten Tag der kreativ-spielerischen Selbsterkundung folgt die Intervallphase, in der die Schüler unter anderem die Aufgabe haben, eine Fremdeinschätzung einzuholen. Hierfür stellen die Seminarleiterinnen einen Einschätzungsbogen zur Verfügung, der von Freunden oder Familienmitgliedern ausgefüllt werden muss. „Die Selbsteinschätzung als erster Schritt ist wesentlich, dennoch kann es sein, dass Außenstehende manches anders sehen als man selbst. Diese Perspektivöffnung ist bei der Berufsorientierung wichtig“, sind sich die Seminarleiterinnen einig. Beim abschließenden zweiten Seminartag werden die Ergebnisse ausgewertet. Anhand einer geleiteten Recherche können passende Berufsmöglichkeiten gefunden werden. Am Ende erhält jeder Schüler ein Zertifikat. Für die Schüler war das Seminar ein Gewinn.

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